Von Pferdeliebhaber für Pferdeliebhaber

„Dukes Strahlfäule“ endlich weg!

Aufgrund der Wetterverhältnisse sind an unserem Stall die Paddocks sehr nass und einige der Pferde haben dadurch Probleme mit Strahlfäule. Da möchte ich mich doch mal mit diesem Thema etwas intensiver beschäftigen. Es gibt im Netz eine Vielzahl von Berichten wie man Strahlfäule behandeln und vor allem vorbeugen kann. Da auch unser Duke schon mal zum Glück nur leichte Strahlfäule hatte, möchte ich Euch von meinen Erfahrungen berichten und mit welchen Mitteln ich die Strahlfäule behandelt habe und wie ich die Dukes Hufe nun pflege, damit keine Strahlfäule mehr auftritt.

Zunächst habe ich Informationen gesammelt was Strahlfäule eigentlich ist und wie sie entsteht.

Meine Quelle ist:

www.wikipedia.de

Hier finde ich es für Laien ganz gut erklärt.

Strahlfäule im fortgeschrittenen Stadium, der Strahl löst sich auf.

Die Strahlfäule ist eine bakterielle Erkrankung des Hufes. Dabei wird das weiche Strahlhorn des Hufes durch Fäulnisbakterien zersetzt. Ursache sind vor allem Haltungsmängel und mangelnde Hufpflege.

Symptome:

Beim Auskratzen der Hufe tritt ein Fäulnisgeruch auf. Es bilden sich im Strahl Hohlräume, sogenannte Taschen oder Ritzen, die mit einer schmierigen schwarzen Masse gefüllt sind. Das Strahlhorn wird insgesamt weicher. Im fortgeschrittenen Stadium, wenn das Horn schneller zerfällt, als es nachwächst, kann es zur Auf- oder Ablösung des Strahls kommen.

In der Regel beginnt die Strahlfäule in der mittleren Strahlfurche. Von dort breitet sie sich zu den seitlichen Strahlfurchen aus und es bildet sich im gesamten Strahl Fäulnisherde. Im weiteren Verlauf kann sie auch den Hornballen befallen, so dass sich dort und auf den Strahlschenkeln das Horn in Fetzen ablöst, bis die Huflederhaut freiliegt. Tritt Fäule an der weißen Linie auf, spricht man von Hornfäule.

Lahmheit tritt nur in weit fortgeschrittenen Fällen auf, wenn die freiliegende oder nur noch durch dünnes Horn geschützte Huflederhaut durch Steine oder Sand gereizt wird und sich entzündet.

Ursachen:

Die Strahlfäule wird durch Fäulnisbakterien ausgelöst. Hauptsächlicher Erreger ist Fusobacterium necrophorum, der auch für die Moderhinkeder Schafe verantwortlich ist. Die Bakterien sorgen für eine Zersetzung des Strahlhorns durch Bildung von Aushöhlungen und Fäulnisspalten. Sollte der Fäulnisprozess schneller fortschreiten, als das Strahlhorn nachwächst, kann es zur völligen Zersetzung des Strahlhorns kommen.

Damit es zu einer Strahlfäule kommen kann, müssen die auslösenden Bakterien für sie optimale Umgebungsbedingungen vorfinden. Sie benötigen ein feuchtwarmes Milieu und können sich nur unter Ausschluss von Sauerstoff (anaerob) vermehren. Der Ausgangspunkt einer Strahlfäule liegt meistens in der mittleren Strahlfurche. Von dort greifen die Erreger auf die seitlichen Strahlfurchen über. Im fortgeschrittenen Stadium kann es durch Strahlfäule zu Lahmheit durch Huflederhautentzündung kommen.

Die Ursache der Strahlfäule liegt meistens in mangelnder Hufpflege. Zur Hufpflege gehört das regelmäßige Reinigen des Hufes mit dem Hufkratzer (mindestens einmal täglich), wie auch das korrekte Ausschneiden des Hufes durch einen Hufschmied oder anderen Hufexperten. Dadurch wird vermieden, dass sich in Taschen oder Ritzen im Huf (oder schlicht unter dem am Huf haftenden Dreck) Zonen bilden können, die von der Luftzufuhr abgeschlossen sind und damit anaeroben Fäulnisbakterien einen Nährboden bieten. Eine weitere häufige Ursache sind verschmutzte Boxen und Paddocks, in denen eine Kot-Urin-Mischung den Erregern einen feuchten, warmen und damit idealen Nährboden bieten. Auch zu lange Trachten oder eine falsche Nagelung mit Beeinträchtigung des Hufmechanismus begünstigen das Entstehen der Strahlfäule.

Mangelnde Bewegung bzw. Bewegung nur auf weichem Boden kann die Entstehung von Strahlfäule fördern. Bei Bewegung auf hartem Boden berührt – zumindest beim unbeschlagenen Pferd – der Strahl den Boden und drückt gegen die Huflederhaut. Dadurch wird der Blutkreislauf der Huflederhaut angeregt und die Bildung neuen Horns gefördert.

Schließlich können anatomische Eigenarten des Hufes selbst die Bildung von Strahlfäule begünstigen: Enge Hufstellungen und tiefe Strahlfurchen lassen sie leichter entstehen.

Hausmittel:

Von Kupfersulfat rät man ab. Es wirkt zwar, aber es kann auch zu Verätzungen der Strahllederhaut führen.

Zahnpasta enthält eventuell Minzöl, ist aber in der Anwendung unpraktisch. Man bekommt es nicht in die tiefe Strahlfurche oder in die Risse und Spalten. Somit wirkt sie niemals dort wo sie müsste.

Mundwasser wirken im Mund gegen Bakterien die Karies und Parodontose auslösen. Sie enthalten Stoffe, aus denen diese Bakterien keine Energie gewinnen können. Die Bakterien im Mund verhungern förmlich. Bei Fäulnisbakterien funktioniert das nicht.

Meine Erfahrungen:

Bei Duke kam es zur Strahlfäule, als er mit Neopren-Hufglocken auf der nassen Wiese stand. Ich hatte mir keine Gedanken darüber gemacht, dass sich die Neopren-Hufglocken wie ein Schwamm mit Wasser vollziehen und so die Hufe aufweichen. Die wochenlange Behandlung der so entstandenen Strahlfäule war mir eine Lehre. Nie wieder Neopren-Hufglocken, wenn er den ganzen Tag damit auf der nassen Wiese stehen muss. Wir benutzen jetzt die guten alten Gummi-Hufglocken bei matschigen Paddocks und Wiesen.

Da ich kein Jodoformäther benutzen möchte, habe ich nach anderen Mitteln gesucht.

Mit der folgenden Prozedur, konnte ich der Strahlfäule den “Garaus machen”. Es hat einige Zeit gedauert, aber es hat geklappt.

Zunächst säuberte ich die Hufe gründlich. Die tiefen Strahlfurchen reinigte ich mit Desinfektionsmittel, indem ich Watte oder Mullkompressen getränkt mit Desinfektionsmittel entweder mit einem Holzspatel oder dem Hufauskratzer in die Furchen legte. Ich ließ es kurz einwirken.

Die Watte/Mullkompresse entfernte ich dann. Mit sauberer und trockener Watte/Mullkompresse legte ich dann die Furchen trocken, indem ich sie wieder mit dem Holzspatel/Hufauskratzer in die Furchen vorsichtig mit Gefühl drückte. Diesen Vorgang musste ich 2 bis 3 Male wiederholen, damit die Furchen auch wirklich trocken waren. WICHTIG!!!! Die benutze Watte/Mullkompresse wegschmeißen und immer wieder trockene saubere Watte/Mullkompresse benutzen.

Wenn die Watte/Mullkompresse so gut wie sauber blieb, hundertprozentig war es nie sauber zu bekommen, träufelte ich Thrush Buster in die Furche.

 

Eine Tamponage aus sauberer trockener Watte/Mullkompresse sollte verhindern, dass Feuchtigkeit in die Strahlfurche zog. Diese Tamponage ließ ich in der Furche bis sie von alleine rauskam. Jedoch spätestens nach 3 Tagen entfernte ich die Watte/Mullkompresse. Sobald keine Watte/Mullkompresse mehr in der Strahlfurche war, begann ich mit der Prozedur von vorne.

Duke hat zur Zeit keine Strahlfäule und damit das so bleibt, verwende ich ein Hufbalsam von Go Gustav Optenplatz.

Ich trage es mit einem Pinsel auf den Huf unterhalb des Kronenrandes und auf die Hufsohle und den Strahl auf. Man merkt beim Auftragen, dass die der Balsam durch die Hufwärme in seiner Konsistenz verändert, so dass es noch besser in den Huf einziehen kann.

Wenn Duke dann mal wieder auf einen nassen Paddock oder eine nasse Wiese kommt, benutze ich den Hufschutz von Carr & Day & Martin.

Da es keine Hufpflege ist, benutze ich dann vor dem Reiten die gewohnte Hufpflege. Nach dem Reiten pinsel ich dann Dukes Hufe mit dem Hufschutz ein. Von außen unterhalb des Kronenrandes, den Strahl und die Hufsohl. Der Hufschutz hält die Feuchtigkeit vom Huf fern, trotzdem kann der Huf atmen. Damit der Hufschutz antrocknen kann, mache ich nach dem Reiten als erstes die Hufe, dann ist genug Zeit vergangen bis er in die Box geht. Es funktioniert auch, wenn ich es nicht direkt vor dem Weidegang auf die Hufe pinsel. Duke geht morgens auf die Weide und ich schmiere die Hufe abends ein, da ich morgens nicht am Stall sein kann.